Hunderudel

Zusammen mit dem Lover und mir leben hier fünf Hunde. Um sie besser auseinanderhalten zu können, habe ich sie farbcodiert.

Asta – der rote Hund

Asta wurde am 23.07.1997 geboren und ist ein reinrassiger Drahthaar-Foxterrier, auch wenn die Ohren vermuten lassen, dass unter ihren Ahnen ein Gremlin war. Sie kam zu mir, als sie ein halbes Jahr alt war. Damals wohnte ich noch in Hannover und war verheiratet – natürlich nicht mit dem Lover.Die Geschichte ihres Einzuges kann man ausführlich hier nachlesen.

Asta hat eine fiese Hauterkrankung, die uns ab und zu mal Kummer macht. Ansonsten ist sie mittlerweile eine alte Dame mit einem Haufen exzentrischer Marotten. Wir haben zum Beispiel noch nicht wirklich rausgefunden, ob sie tatsächlich langsam taub wird oder einfach keine Lust hat zu hören.

Motte – der grüne Hund

Motte wurde am 12.01.2005 geboren und ist ebenfalls ein reinrassiger Drahthaar-Foxterrier. Sie zog mit neun Wochen ein und war der niedlichste Foxterrierwelpe der Welt – wenn sie schlief. Leider tat sie das aber so gut wie nie. Mottes Welpenzeit hat mich zu dem festen Vorsatz gebracht, dass nie wieder ein (Foxterrier-)Welpe einzieht. Aus dieser Zeit stammen auch meine ersten grauen Haare. Mottes ersten Wochen bei uns kann man hier nachlesen.

Mittlerweile ist sie erwachsen und leidlich vernünftig geworden. irgendwie ist es uns auch gelungen, sie zu erziehen. Allerdings ist sie ein Stöckchenjunkie – selbst wenn es auf der ganzen Welt nur ein Stöckchen gäbe, Motte findet es!

Nemo – der gelbe Hund

Nemo zog am 18.12.2005 ein, da war er ca. ein Jahr alt. Er kam spätabens mit einem Flieger am Frankfurter Flughafen an. Nemo ist ein Straßenhund und kommt aus Cordoba. Über seine Vergangenheit wissen wir wenig, ebenso über die an ihm beteiligten Rassen. Ich vermute Foxterrier und Rauhaar-Podenco. Nemo ist ein Überlebenskünstler, der seinen Vorteil nicht aus den Augen verliert, andererseits aber auch ein Chameur und Gentlemen – ich bin ihm hoffnungslos verfallen.

Von allen hier lebenden Hunden ist Nemo ohne Zweifel der schlauste. Er ist auch schon ein wenig berühmt, denn er hat einen eigenen Comic.

Kobold – der blaue Hund

Als ich im Frühjahr 2006 das Haus kaufte, fand ich, dass dort noch Platz für einen weiteren Hund wäre. Also zog im Sommer der damals siebenjährige Kobold ein – geboren wurde er im März 1999. Er ist ebenfalls ein Drahthaar-Foxterrier.

Kobold übernahmen wir von österreichischen Tierschützern bei Passau und es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass mich bei seinem ersten Anblick fast der Schlag traf. Der Kerl hat fast Airdaleterriergröße und wiegt mehr als doppelt soviel, wie die drei anderen. Die Tierschützerin hatte schon Angst, dass wir ihn nicht nehmen würden.

Kobold stammt aus Madrid, wo er täglich ca. 16 Stunden alleine in einer Etagenwohnung verbracht hat. Er kannte schlichtweg nix, konnte nicht rennen oder springen, ohne hinzufallen, hatte nie mit anderen Hunden Kontakt gehabt und verhielt sich im Haus wie ein Möbelstück. Sein ganzes Verhalten hatte schon autistische Züge.

Kobold verliebte sich sofort in Motte und lernte durch sie viele Dinge aus dem normalen Hundealltag. Nun ist er fast zehn und wirklich auf dem Weg zu einem normalen Hund. Er hat spielen gelernt und ist mittlerweile auch in der Lage, Bedürfnisse auszudrücken.

Rübe – der orangene Hund

Rübe ist ein typischer Fall von Mitleidskauf – eigentlich hatte ich ja beschlossen, dass wir hundetechnisch voll sind. Rübe stammt von einer Tierschutzorganisation, die kleine, reinrassige Hunde aus dem Süden importiert, um sie hier für eine hübsche Summe Geld zu vermitteln.

Bei Rübe ging diese Rechnung insofern nicht auf, als das sich nach seiner Ankunft herausstellte, dass er einen schweren Herzfehler hatte und täglich Tabletten nehmen musste. Als ich ihn das erste Mal sah, lebte er mit ca. 16 mehr oder minder verwahrlosten Hunden auf einer Pflegestelle in der Pfalz. Laut Auskunft der Pflegestelle war er taub. Ich habe zähneknirschend die Euros auf den Tisch gepackt und das Häufchen Elend mitgenommen.

Rübe stammt aus Mallorca,  ist von undefinierbarem Alter, Leishmaniose-positiv, er hatte beim Einzug eine chronische Ohrenentzündung, durch den Herzfehler Wasser in der Lunge,  hinkte stark hinten rechts, wog lumpige 6kg (10kg sind für ihn normal) und war total verfilzt.

Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass der Gangfehler auf eine mehr oder minder gut durchgeführte Fermurkopfresektion zurückzuführen war, der Teil des Oberschenkelknochens, der in der Hüftpfanne sitzt, war entfernt worden, wahrscheinlich aufgrund eines Unfalls.

Wir haben ihn dann gepäppelt und aus dem Kerl wurde ein richtig lustiger Hund. Die Ohrenentzündung ist ausgeheilt und Rübe hört wieder. Seit das Wasser in der Lunge weg ist, ist er auch nicht mehr kurzatmig oder muss husten. Der Herzfehler wurde mit Tabletten gut eingestellt und eigentlich merken wir im Alltag davon nichts. Der Leishmaniosetiter ist seit anderthalb Jahren stabil. Getrimmt sieht er auch wie ein richtig netter Foxterrier aus. Seine Gehbehinderung macht ihm überhaupt nichts aus, wenn er irgendwo hin will, dann schafft er das auch, wenn es beim ersten Versuch nicht klappt, dann probiert er solange rum, bis er Erfolg hat.

Der kleine Kerl ist einfach großartig und seit ich selber nicht mehr richtig laufen kann, ist er mir mit seinem Mut ein richtiges Vorbild.

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Eine Antwort to “Hunderudel”

  1. Ich bin über den Tagsurfer hier gelandet… Ein tolles Hunderudel hast Du. Und mir gefällt Deine Wortschöpfung “Kleingeistallergie”. :-) Werde Dein Blog in meinen Feedreader packen.
    Viele Grüße aus Hamburg von Katrin

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